Unterwegs in Opa-Franken

Bei dieser Begleitung kann ja eigentlich nichts schiefgehen. Denn die Limo-Sie-Nee, in der man die Kinder- und Jugendbuchautoren zur BamLit an ihre Bamberger Lesungsorte bringt, fährt sonst eher hohe kirchliche Würdenträger. Mit derart freundlicher Unterstützung – auch durch den St. Michaelsbund, der als Ohr-Garn-Isar-Tor dabei ist- mussten die vier „Linkslesestärke“-Lesungen einfach nur gelingen. Und es war wirklich fabelhaft: Unterschreiben auf dem Arm, lange Schlangen am Büchertisch und eine Klasse, die so begeistert war, dass sie ihre allerbeste Wort-Idee, den Opa-Franken noch per Mail geschickt hat. Mir hat’s wirklich richtig gut gefallen.

Der Landkreis Bamberg ist übrigens der bayerische Landkreis mit der höchsten Büchereiendichte. Was echt toll ist, denn so kann man jede Menge nette und kräh-a-tiefe Bibliothekarinnen kennenlernen. So in Hallstadt, Bamberg, Buttenheim und Strullendorf. In Buttenheim empfing mich zum Beispiel gleich mal dieser bezaubernde Willkommensgruß:

Nicht nur in den Büchereien, sondern auch allgemein wird das Lesen in Bamberg wichtig genommen. Beim Endausscheid des Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen sitzt regelmäßig auch der Bürgermeister in der Jury (und das nicht nur zur Wahlkampfzeit wie jetzt). Ich saß dieses Mal neben ihm und durfte zwölf sehr talentierten jungen Vorlesern lauschen. Gewonnen hat übrigens Sina, die den Fremdtext mit bewunderswerter Su-Wer-E-nie-tät gelesen hat. Aber – soviel darf die Jury verraten – es war ein knapper Entscheid und es waren viele verdammt gute Leser dabei, muss ich neidlos feststellen.

Natürlich habe ich auch wieder jede Menge spannender Wort-Spiele mitgebracht. Neu in der Wort-Acker-dem-ih sind neben dem Opa-Franken: Achter-Bahn, Ent-Wickler, Augenring, Arm-Band-Uhr, Blätter-Teig, Bulldog-Anhänger, Blumen-Strauß, Mann-o-Mann, Pferde-Huf, Sonnen-Band und Zahn-Rad.

Zurück aus Zürich

„Willst Du nicht lieber in der Schweiz bleiben? In Deutschland ist doch der Corona-Virus.“ Ich schwöre, so eine Frage hatte ich noch nie bei einer Lesung!  Die Zürcher Viertklässlerin war echt besorgt. Beinahe hätte ich „Ja“ gesagt, denn mir wäre fast jede Ausrede Recht, um zu bleiben. Zürich und das ganze Kanton hat sich nämlich von seiner besten Seite gezeigt: Fönblick über die Alpen (wie hier in Ottikon), absolut reizende Lehrer, schlaue und kreative Kinder, wunderbare Buch-Menschen, engagierte Schulen, rührend-rührige Veranstalter sowie leckere Schokolade im Überfluss. Mal ehrlich, wer würde da nicht verlängern wollen?

Dabei hatte ich echt ein bisschen Muffe vor einigen Veranstaltungen. Gerade vor dem Donnerstag, denn da habe ich nach fast einem ganzen Jahr mal wieder aus „Meine Checkliste zum Verlieben“ gelesen. Und das Publikum war mit 13 und 14 Jahren weit älter als die zuhörenden Kids bei mir sonst sind. Das hat mir schon ordentlich Respekt eingeflößt. Und dann haben sie mir erst einmal einen ganzen Schwung Fragebögen aus der Hand gerissen, ein junger Kerl aus Brasilien kam später zu mir und hat sich ab sofort zu meinem Fan erklärt: „Du hast meinen Tag gemacht.“ Das allein hätte ja schon ausgereicht, um auch meinen Tag zu machen.

Aber dann überraschte der Donnerstag noch mit einem süß-inspirierenden Plausch in dem süß-inspirierenden Kinderbuchladen Zürich (den ich hiermit nochmals allen empfehle, die gute und außergewöhnliche Geschichten lieben) und einem sehr lustigen Abend mit den fabelhaften Co-legen Rüdiger Bertram, Diego Balli, Irmgard Kramer. Wir trafen uns zum Icon Poetry Slam im Café Voltaire, der Wiege des Dadaismus. Die Publikumsrunde bot dann Terrain für ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Rüdiger und mir. Seine Frau Muskelkakova war leider meiner Tante mit Vogel knapp unterlegen.

Es sind nicht nur diese Momente gewesen, die die Züricher Lesereise so brillant gemacht haben, sondern viele kleine andere. Lesungen in der Primarschule in Wald, deren Zufahrt schon so abenteuerlich war, dass ich sie sofort für einen James-Bond-Film hätte casten wollen. In Lufingen ist bei der „Linkslesestärke“ ein Junge ganz vorne mit dabei, rät die „Kater-Stroh-Fee“ weit vor allen auch – auch den Lehrern. Ganz klar der Klassenbeste in jeder Diss-Ziep-liehen, denke ich. Ist aber nicht so. Hinterher erzählt er mir, dass er Legastheniker ist. Sein Kumpel hält mir später einen Aufsatz unter die Nase – er braucht mal kurz Erste Hilfe für seine Fantasiegeschichte…

Mitgebracht habe ich eine ganze Pah-Lette voll mit neuen Wortspielen:

Wald-Brand, Uhr-Kunde, Roll-Ex, See-Igel, Schild-Kröte, Sonnen-System, Muskel-Kater, Port-Aal, Kla-Motten, G-Rippe, Elfen-Bein, Ei-Phone, Arche-Logik und Bürg-er. Alle neuen Bilder sind natürlich auch wieder in der Wort-Acker-dem-ih zu finden.

Bunt statt rosa. Jawoll!

Die Kinder- und Jugendbuchwelt ist manchmal ein bisschen farbenblind. Manchmal scheint es, als gäbe es nur rosa und blau im Spektrum, kein kunterbunt dazwischen. Diese Stereotypen ärgern uns Autoren oft, denn wir haben viele Manuskripte in der Schublade, in denen es bunt zugeht, vielfältig, in der es mehr Tierarten gibt als Einhörner und mehr Berufsbilder als Pirat und Prinzessin.

Mit meiner Isarautorinnen-Kollegin Petra Breuer habe ich mit dem BR und der Reporterin Anna Bayer über die nervenden Stereotypen in Kinderbüchern gesprochen. Und noch einiges mehr aus dem dunklen Nähkästchen eines Kinder- und Jugendbuchautors in München ausgeplaudert.

Ein sehr schöner, sehr differenzierter Beitrag ist das geworden. Hier ist er nachzulesen und – natürlich – nachzuhören.

Die Isarautoren sind übrigens nicht nur im Radio, sondern auch im Fernsehen gewesen. München TV hat zur Schreibstube auf der Münchner Bücherschau 2019 einen wirklich feinen Beitrag geschnitten, wo ich auch ein bisschen in der Buchstabensuppe mitrühren durfte: https://www.youtube.com/watch?v=yCd1kYzb6eg

Der Kick mit dem K-Ratte-Kick

Ich bin ja wirklich ein Meer-Mädchen. Ein Jahr, an dem ich nicht meine Füße in die Wellen halten kann und die Nase in eine Brise Seeluft, gibt es nicht. Und deswegen bin ich ein echter Fan des Norden. Auch wenn es eine weite Anreise ist, ich mag es das Land und die Leute kennenzulernen – von Hamburg bis zum Harz. So weit und quer hat mich auch diese Mal meine Lesereise durch Niedersachsen geführt. Zum dritten Mal schon war ich mit der Büchereizentrale Niedersachsen unterwegs in vielen kleinen Stadt- und Gemeindebüchereien, bei vielen spannenden Buch-Menschen und lustigen Kindern.

Ein besonderes Highlight war ja für mich Brackel. Denn in der Turnhalle, in der ich bei der dortigen Grundschule gelesen habe, gab es sage und schreibe vier Box-Säcke. Einer direkt neben meinem Lesesessel. Wie wunderbar, wenn man das Wortspiel K-Ratte-Kick nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch abhandeln kann!

Und dann war ich mehr als gerührt von meiner Lesung im Ostharz. In Osterode hatten die Kinder vier ganze Stellwände vorbereitet mit Bildern und Lebenslauf und allem Wissenswertem, was sie über mich im Netz gefunden hatte. Was für eine reizende Vorbereitung!

Natürlich sind bei meinen Linkslesestärke-Lesungen auch wieder tolle Wortspiele gemalt worden. Die besten möchte ich hier kurz vorstellen:

(Damit es nicht zu leicht wird, sind die Tipps heute mal nicht in der richtigen Reihenfolge:) Ski-Hang, See-kräht-Teer-in, Crew-Song (schreib:Croissant), Schnee-Kugel, Kater-Lock (schreib: Katalog), Muskel-Kater, Mäuse-Bus-Ard, Hup-Schraub-Bär, Schild-Kräte, Reit-Stall, Zelt-Platz. Wie immer sind alle neuen (und alten) Bilderrätsel auch in der Wort-Acker-dem-ih zu finden.

Willkommen in Braunschweig

Bild könnte enthalten: Himmel, Baum und im Freien

Braunschweig – wahrscheinlich liegt es schon ein bisschen an diesem leicht un-Art-Trakt-tiefen Namen, dass ich immer dachte, diese Stadt sei … na ja … also irgendwie…

Ist sie nicht. IST SIE NICHT! Ich muss mich in aller Form entschuldigen. Eine schöne Altstadt, mit Dom, Schloss und vielen kleinen einladenden Häuschen, das reizende Magni-Viertel, eine Vielzahl richtig feiner Lokale haben mich echt beeindruckt. Jetzt verstehe ich, warum meine Kollegen immer so gern zur Braunschweiger Jugendbuchwoche kommen. Denn die Lehrer, die das ja bald 40 schon kennen, freuen sich mit ihren Klassen immer sehr auf die Veranstaltungen, haben immer Kekse, Süßigkeiten und manchmal auch Mann-da-Rinnen oder andere Fitt-am-Miene am Lesungstisch.

So viel Einsatz fruchtet dann auch: Viele Kids sind fleißige Leser, die ganz selbstverständlich in den Büchereien und Buchhandlungen zu Hause sind. In meinen letzten beiden Lesungen im Stadtteil Weddel hatte fast die Hälfte ihren Büchereiausweis mit dabei, um dann vor Ort gleich noch Leck-Türe fürs kommende Wochenende mitzunehmen.

Da versteht es sich von selbst, dass auch die Krä-ah-tiefe Ader nicht zu kurz kommt. Bei den Lesungen mit der „Linkslesestärke“ habe ich viele neue lustige Wortspiele eingesammelt.

Ab heute dabei sind: König-Reich, Hunde-Pfote, Bett-Decke, Wand-Teppich, Herz-Klopfen, Bienen-Stock, Hoppel-Hase, Heiß-Luft-Ballon, Flo-Renz, Blut-Egel, App-Hot-Theke, Fluss-Pferd, Wander-Düne, Schul-Treppe, schneeweißer Tiger, Weinbergschnecke, See-Igel, See-Hund und Un-Fall. Wie immer auch zu finden in der Wort-Acker-dem-ih.

Zingst von A-Z

Die „Linkslesestärke“ wäre nur halbstark ohne die Zeichnungen von Stefanie Jeschke, die ja nicht nur für Cover und Kapitelbilder verantwortlich ist, sondern auch für die vielen Wort-Spiele zum Anfang von jedem Kapitel. Einen größeren Fan als mich kann sie auf der ganzen Welt nicht haben.

Seit meiner letzten Lesung im Max-Hünten-Haus in Zingst bin ich auch großer Fan einer Grundschullehrerin aus dem Fischland. Mit einem schier unglaublichen Zeichentalent hat sie die Wortspiele ihrer Schüler illustriert. Ich konnte nur mit staunend offenem Mund zusehen.

Und wenn die Ideen so genial gezeichnet werden, dann sprudeln die Einfälle natürlich nur so. Fast drei Stunden haben die Kids aus der vierten Klasse, ihre Lehrerinnen und ich uns Wortspiele ausgedacht, so dass wir zum Schluss ein beinahe vollständiges Wörterbuch von A-Z mit Zingster Wortspielen zusammen hatten.

Schon zum zweiten Mal war ich in dem kreativen Zingsten Bücherei- Kulturhaus, das sich ja eigentlich voll und ganz der Fotografie verschrieben hat. Ich finde, man müsste nach dieser inspirierenden Wortspielerei zumindest um die Zeichner-Kunst erweitern.

Ach, ich kann viel erzählen, seht selbst wie toll die Zeichnungen geworden sind:

Alkohol-Fr(au)-Ei

Feuer-Melder.
Finger-Hut
Foto-aba-Rad
Gänse-Marsch
Glüh-Wein
Grotten-schlecht
In-Stinkt-Tee (nach einer Idee von Stefanie Jeschke)
Lehrer-Zimmer
Nach(t)-Bar
Not-Aus-Gang
Pfan(d)-Kuchen
Pinsel-Strich
Schoko-Kuss
Strick-Pullover
Tiger-Hi
Zu(g)-Flucht

Alles neu macht der…

… äh, nicht der Mai, sondern der Oktober. Die „Linkslesestärke“ bekommt eine neue Verlagsheimat. Ab dem 21. Oktober erscheint sie bei Bassermann, der Verlags-Schwester von cbt, wo sie 2015 zuerst aufgelegt wurde. Das freche neue Preis-Schild habe ich mal drauf gelassen, in der Hoffnung, dass die „Linkslesestärke“ es doch mal zur Schul-Leck-Türe bringt.

Apropos Schule, diese Woche war ich in der Arnoldus-Grundschule in Gilching und habe gleich noch ein paar neue Wort-Spiele mitgebracht:

Kack-Tus, Schnee, Kette, Schatz-Karte, Fußball-Trikot und Pfann-Kuchen….

Bullig lustig im Vogtland

Fast hat es schon Tradition, dass ich im September durch das Vogtland tingele. Zum dritten Mal in Folge war ich bei dem Literaturwagen dabei. Und die Kuh gegenüber unserem morgendlichen Startpunkt gehört einfach fest dazu. Schön war’s, wie immer, bullig lustig, sehr abwechslungsreich und wie immer extrem kurvig, aber bildschön zwischen den Städten und Dörfern der Region.

Ein Teil der 3000 Vogtländer Kinder, die meine Bücher oder die der zehn anderen großartigen Kollegen, vorgelesen bekommen haben, haben auch der „Linkslesestärke“ gelauscht. Von diesen Veranstaltungen habe ich gleich mal ein paar neue Wort-Spiele mitgebracht: Cup-Cake, Wasser-Frosch, Ein-Horn-Pups, Obst-Korb, Nacht-Licht, Die-Reck-Tor, Gold-Fisch, Vogel-Zug, Feuer-Wehr, und Ball-ett.


Pause mit Weisheit

Schon zum zweiten Mal war ich in Weilheim bei der Lesepause zu Gast. Am ersten Ferientag in Bayern und bei ziemlich warmen Tempo-Rad-Touren haben sichtrotzdem eine ganze Schar von jungen und erwachsenen Zuhörern auf dem Kirchplatz eingefunden. Und die Sonne hat scheinbar jede Menge Energie freigesetzt, denn die Kids kamen mit vielen, wirklich cleveren Ideen auf die Bühne.


Das Tollste war: Als allererste traute sich die allerjüngste Zuschauerin auf die Bühne. Kann gerade in ihren Namen schreiben, aber malt Wort-Spiele wie eine Große!

Danach haben wir uns dann altersmäßig allmählich ein bisschen gesteigert bis hin zu einer regelrechten Alters-Weiß-Heit.

Außerdem noch mitgebracht wurden: Sonnen-Brand und Tee-Beutel.

Vielen Dank für dieses süße Willkommen und natürlich auch für ein zauberhaft kreativ gestaltetes Schaufenster in der Buchhandlung Zauberberg … Das war ein gelungener Ferienstart!


#autorenleben: Kollegen im Allgäu

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Am Samstag war offenbar die ganze Welt von München aus auf dem Weg ins Allgäu: Die Züge völlig überfüllt mit Touristen, Ausflüglern, Reha-Patienten, Koffern, Rucksäcken und Typen. Was ich ja, wenn ich ehrlich bin, eigentlich wirklich mag. Denn so bleiben die vielen kleinen reizvollen Begegnungen im Zug nicht aus, mit der man ein bisschen mehr von der Welt, den Leuten und oft auch von der Region erfährt.

Doch dieser Samstag hat alle spannenden und inspirierenden Begegnungen noch mal getoppt: Durch Zufall stand ich Auge in Auge mit dem großen, bescheidenen und unglaublich sympathischen Buchpreisträger Arno Geiger in meinem Zug. Eine wirklich zauberhafte Begegnung.

Auch er kam von einer Lesung, während ich noch meine vorbereiten musste. Nach dieser tollen Begegnung konnte es eigentlich nur gut werden bei meiner schon vierten Lesung in meiner Lieblingsbuchhandlung Buch Netzer. Das ist wirklich immer wie nach Hause kommen. Mit in mein anderes Zuhause hier bei München habe ich noch ein paar ganz feine Worträtsel mitgenommen: Den Blinden-Hund, den ein Papa mit seiner Tochter gemeinsam gemalt haben, das Schul-Sport-Fest, das See-Pferd-chen und für die Gastgeber eine Extra-Zeichnung mit Buch Netz-er.